Fernwärme-Hochtrasse für BEW
GU-Ausschreibung – SteBi kann nicht nur Tiefbau
Die BEW (Berliner Energie und Wärme, ehemals Vattenfall) betreibt im Berliner Osten ein großes Heizkraftwerk. Dieses versorgt u.a. die großen Wohngebiete in Berlin. Die Hauptversorgungstrassen sind dort häufig oberirdisch gebaut worden und prägen an vielen Stellen das Stadtbild. Nach vielen Jahren Betrieb müssen die Betonstützten sowie Auflager ertüchtigt werden.
Üblicherweise vergibt die BEW solche Aufträge in einzelnen Losen an verschiedene Unternehmen. Doch hier kam es zu einer bisher ungewöhnlichen Angebotsphase. Die eng ineinander greifenden Gewerke Tiefbau, Rohrbau und Betonsanierung, wurden unter Berücksichtigung des komplizierten Koordinierungsaufwands per GU-Ausschreibung komplett an uns vergeben. Durch die Komplexität dauerte die Angebotsphase auch deutlich länger als üblich. Wir konnten jedoch bereits mit unserem Projekt Reuter RSHP die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von SteBi unter Beweis stellen und zeigen mit diesem Projekt erneut, dass auch umfangreiche Aufgaben und GU-Ausschreibungen für uns keine Hürden sind.
Eine dieser zu sanierenden Strecken verläuft abknickend Richtung Norden auf einer Länge von rund 1,2 km. Die Trasse besteht im Wesentlichen aus Heizsystemen größerer Dimensionen. Diese liegt auf rund 170 Betonstützen mit unterschiedlichen Höhen von ebenerdig bis über 5 m Höhe. Zusätzlich befinden sich oberhalb dieses Grundsystems noch ca. 3.300 m alte Dampfleitungen DN 200-800.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Baustelle zum Teil im Landschaftsschutzgebiet des Wuhletals befindet. Daher existiert ein umfangreiches Naturschutzbegleitungskonzept.
Die Bauaufgabe:
1. Die Trasse im Grünbereich zugänglich machen, Befahrbarkeit für Fahrzeuge durch Baustraßenplatten
2. Demontage der Dämmung an den auszubauenden Leitungen durch den AG
3. Demontage der alten Dampfleitungen
4. Demontage der Dämmung der Versorgungstrassen DN 800 im Auflagerbereich durch AG, Wiederherstellung nach Rohrlagerwechsel
5. Austausch der Rohrlager
6. Sanierung der Betonstützen
Die Arbeiten finden in 4 Bauabschnitten statt, geplantes Bauzeitende ist der Juni 2027. Eine Besonderheit ist, dass von den beiden Heizsystemen jeweils nur ein System außer Betrieb gehen kann, um die Versorgung zu gewährleisten. Aus technischen Gründen lassen sich die Leitungen nicht über die BEW entleeren. Somit finden die Arbeiten an drucklos geschalteten, aber nicht entleerten Leitungen statt.
Für das Ausheben der Leitungen aus den Lagern wird eine hydraulische Hebekonstruktion benutzt. Die Leitung wird über spezielle Rohrschellen angehoben, die vorhandenen Lager ausgebaut und durch neue Lager ersetzt. Abschließend werden die Betonsockel bzw. Stützen gesandstrahlt, größere Ausbrüche bzw. Risse instandgesetzt und flächenhaft beschichtet.
Start der Arbeiten war im Juni 2025. Der 1. Bauabschnitt wird termingerecht zum Ende des Jahres 2025 fertigstellt.
Die für SteBi zum Teil untypischen Arbeiten liefen gut und auch der Kunde ist bislang zufrieden. Die Synergie mit einer parallel laufenden Baumaßnahme auf dem Kraftwerksgelände erwies sich als sehr positiv.
Herausforderungen im Projekt:
1. Hoher Anteil Nachunternehmerleistung für die
Betonsanierung
2. Hoher Materialanteil, insbesondere Lager/Hebekonstruktionen
3. Erarbeitung der technischen Ausführungspläne/ QM-System
4. Koordinierung der eigenen Nachunternehmer sowie der bauseitigen Dämmungsdemontage
5. Teilweise Lage im Landschaftsschutzgebiet
05/2025 – 06/2027 | Auftraggeber | BEW Berliner Energie und Wärme AG |
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| Auftragnehmer | Stehmeyer + Bischoff Berlin GmbH |

